Betreuung, Erziehung und Bildung

Im Kinder – und Jugendhilfegesetz ist im § 22 Abs. 2 festgehalten, welchen Auftrag die Tageseinrichtungen für Kinder in Deutschland haben.

Der Förderungsauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. . Die Förderung soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnisseen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen. (Vgl. § 22 Abs.2 KJHG)

Bildung ist die Aneignung von Kenntnissen, hierüber erschließen wir uns die Welt. Es ist ein Prozess des kognitiven, moralischen, sozialen und emotionalen Lernens. Bildung dient der Entfaltung einer eigenen Individualität, als auch zur  gesellschaftlichen Nützlichkeit. In Bildungsprozessen setzen sich die Kinder mit Erfahrungen, Beobachtungen und Erkenntnissen auseinander. Durch ihre Selbsttätigkeit und eine eigene Motivation, erkunden und erschließen sich die Jungen und Mädchen die Welt. Bildungsprozesse dienen auch dazu, dass Kinder Sprache erlernen, Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln, Werte und Normen vermittelt bekommen.

Mit der Erziehung wird eine Reife und Mündigkeit des jungen Menschen angestrebt, die sich auf das Verhalten, die Wertehaltung, die Einstellung und die Einhaltung von Regeln bezieht. Das bedeutet, dass die Jungen und Mädchen Werte und Normen, die in unserer Gesellschaft gelten, weitgehend freiwillig übernehmen, weil sie als vernünftig, sinnvoll und wahr erkannt werden. 

Mit der Betreuung vertrauen die Eltern uns Fachkräften ihr Kind in ihrer Abwesenheit an. Die Fachkräfte haben hier einen klaren Fürsorge- und Schutzauftrag. Hier ist besonders wichtig, dass die Kinder sich geborgen fühlen und eine sichere Bindung zu den Fachkräften ausbilden können. Die Jungen und Mädchen müssen Wertschätzung, Zugehörigkeit, Sicherheit erfahren können, sonst ist keine Erziehung und Bildung möglich.

So sind die drei Begriffe, Bildung, Erziehung und Betreuung untrennbar miteinander verbunden. Sie schaffen einen Beitrag zur Sozialisation des einzelnen Kindes und schaffen somit eine Grundlage für eine selbstbestimmte und eigenverantwortete Lebensführung.

Mit diesem Förderauftrag bereitet die Kita, die Jungen und Mädchen, auf das Leben in der Gesellschaft vor und befähigt sie zur Mitgestaltung des Gemeinwesens.

Das Land Hessen hat zur Umsetzung dieses Förderauftrages einen Bildungs- und Erziehungsplan erarbeitet, in dem beschrieben ist, wie diese drei Grundsätze in der täglichen Arbeit umgesetzt werden sollen. Er beinhaltet beispielsweise Bildungsprozesse mit Kindern kooperativ zu gestalten, Stärkung der Basiskompetenz des Kindes, Bewältigung von Übergängen, Umgang mit individuellen Unterschieden und soziokultureller Vielfalt.  

Dies ist der Leitfaden für unsere tägliche pädagogische Arbeit.

Dies bedeutet für den Kitaalltag, einen Rahmen für die Kinder zu schaffen, in dem sie selbsttätig, in ihrem Tempo ihre Bildungswege gehen. Dabei ist uns wichtig die Kinder zu begleiten, und sie nicht zu belehren, ihre Interessen ernst zu nehmen und eine anregende Lernumgebung mit Bildungsräumen zu schaffen. Die Kinder eigenen sich Wissen an, in dem sie jeden Tag unterstützt und begleitet werden. So erleben sie Werte und stärken ihre Kompetenzen.

Der Alltag mit den Kindern enthält kostbare Schätze. So sind es die alltäglichen Situationen, an denen die Kinder lernen, reifen und sich bilden wie z.B. das Kommen und Gehen, die Auseinandersetzung mit dem Freund, das An-und Ausziehen, das Spielen mit anderen Kindern, gemeinsames Essen, gemeinsames Einkaufen. 

Jungen und Mädchen dürfen sich in einem geschützten Umfeld, gemeinschaftlich erleben, sich die Welt erklären und kennenlernen.